Home Assistant MCP Server: Claude Desktop steuert dein Smart Home
Verbinde Claude Desktop mit der offiziellen MCP-Server-Integration von Home Assistant – per mcp-proxy im Heimnetz oder als Remote-Connector, in 5 Schritten.
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- Home Assistant

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Einführung
Mit einem MCP-Server kannst du Claude Desktop so mit Home Assistant verbinden, dass du dein Smart Home natürlicher ansprechen kannst: Geräte abfragen, Zustände prüfen und – je nach Freigabe – auch Aktionen auslösen. Für Einsteiger ist das vor allem dann spannend, wenn die klassische Automationslogik in Home Assistant schon läuft und du jetzt eine bequemere Chat-Schnittstelle suchst.
Seit Version 2025.2 bringt Home Assistant dafür eine offizielle Integration mit: Model Context Protocol Server. Du musst also keine zusätzliche App in Home Assistant installieren und keinen eigenen Server bauen. Die Integration stellt unter /api/mcp einen MCP-Endpunkt bereit, über den Claude auf die Assist-Schnittstelle von Home Assistant zugreift – mit genau den Entitäten, die du auch für Sprachassistenten freigegeben hast.
Eine Einordnung vorab, weil das oft missverstanden wird: Home Assistant läuft weiterhin lokal bei dir, das Sprachmodell aber nicht. Claude läuft in der Cloud von Anthropic. Alles, was Claude über den MCP-Server abfragt – Gerätenamen, Zustände, Sensorwerte – wird als Teil des Chats an Anthropic übertragen. Ein reines Offline-Setup ist das also nicht. Wie stark dein Home Assistant selbst nach außen geöffnet werden muss, hängt davon ab, welchen der beiden Verbindungswege aus Schritt 3 du wählst.
Was du vor dem Start brauchst
Bevor du loslegst, prüfe kurz die Ausgangslage. Home Assistant sollte in Version 2025.2 oder neuer laufen und im Heimnetz erreichbar sein. Außerdem brauchst du ein Konto mit Administratorrechten, um die Integration einzurichten und – für den lokalen Weg – einen langlebigen Zugriffstoken anzulegen.
Dazu kommt ein Rechner mit Claude Desktop. Die App gibt es für macOS und Windows, du meldest dich darin mit deinem Claude-Konto an. Für den lokalen Verbindungsweg brauchst du auf diesem Rechner zusätzlich das kleine Kommandozeilenwerkzeug mcp-proxy, am einfachsten installiert über den Python-Paketmanager uv oder alternativ über pipx.
Wenn du Home Assistant auf eigener Hardware betreibst, sind ein kleiner Mini-PC oder ein Raspberry Pi 5 als Basis völlig ausreichend – das Sprachmodell rechnet ja nicht bei dir. Wie die Installation auf dem Pi klappt, zeigt Home Assistant auf dem Raspberry Pi installieren.
Außerdem hilft es, wenn du schon weißt, welche Home-Assistant-Entitäten du später steuern willst. Für den Test reichen zwei oder drei klare Ziele: etwa das Licht im Wohnzimmer, ein smartes Türschloss oder ein Schalter für die Kaffeemaschine.
Schritt 1: Home Assistant vorbereiten
Lege vor jedem Experiment ein Backup an. Wie das geht, erklärt Home Assistant Backup erstellen und wiederherstellen.
Danach legst du fest, welche Daten Claude überhaupt sehen darf. Der MCP-Server nutzt dieselbe Freigabe wie Assist: Unter Einstellungen → Sprachassistenten → Reiter „Verfügbarkeit“ (englisch „Expose“) entscheidest du pro Entität, ob sie für Assistenten sichtbar ist. Nur diese Entitäten kann Claude abfragen oder steuern. Beginne mit einem kleinen Test-Set und nicht gleich mit allen Entitäten. Mehr zur Freigabe findest du im Artikel Home Assistant Sprachsteuerung einrichten.
Wenn du Claude Desktop über den lokalen Weg (mcp-proxy) anbinden willst, brauchst du zusätzlich einen langlebigen Zugriffstoken, damit Claude Desktop nicht dein Passwort kennt:
- Klicke unten links auf deinen Benutzernamen und öffne den Reiter Sicherheit.
- Wähle unter Langlebige Zugriffstoken die Option Token erstellen und vergib einen Namen wie „Claude Desktop“.
- Kopiere den Token sofort und speichere ihn sicher, etwa in deinem Passwortmanager. Home Assistant zeigt ihn nur ein einziges Mal an.
Für den Remote-Connector brauchst du keinen Token – dort meldest du dich per OAuth direkt bei Home Assistant an.
Schritt 2: Den Home Assistant MCP Server einrichten
Der MCP-Server ist eine normale Integration und wird wie jede andere hinzugefügt:
- Öffne Einstellungen → Geräte & Dienste.
- Klicke auf Integration hinzufügen und suche nach Model Context Protocol Server.
- Wähle im Dialog als Schnittstelle zur Steuerung von Home Assistant Assist aus und bestätige.
Mehr ist in Home Assistant nicht zu tun. Die Integration stellt ab jetzt den Endpunkt http://<deine-ha-adresse>:8123/api/mcp bereit. Über die Optionen der Integration kannst du später zusätzlich festlegen, dass nur Administratorkonten den Endpunkt nutzen dürfen.
Welche Entitäten Claude sieht, steuerst du nicht in der Integration selbst, sondern ausschließlich über die Freigabe aus Schritt 1. Über den MCP-Server stellt Home Assistant Claude Werkzeuge (Tools) zum Abfragen und Steuern bereit – etwa Licht schalten, Zustände abrufen oder Einträge auf eine To-do-Liste setzen – sowie eine aktuelle Momentaufnahme der freigegebenen Entitäten.
Wenn du schon mit Home Assistant Dashboards gestalten arbeitest, hilft dir das später beim Testen enorm: Du siehst auf einen Blick, ob Claude den richtigen Zustand abfragt und ob deine Entitäten sinnvoll benannt sind.
Schritt 3: Claude Desktop mit dem MCP-Server verbinden
Für Claude Desktop gibt es zwei offizielle Wege. Welcher passt, hängt davon ab, ob dein Home Assistant aus dem Internet erreichbar ist.
Variante A: Lokal im Heimnetz mit mcp-proxy
Dieser Weg eignet sich, wenn Home Assistant nur im Heimnetz oder per VPN erreichbar ist. Claude Desktop startet dabei auf deinem Rechner das Werkzeug mcp-proxy, das die Verbindung zu /api/mcp herstellt. Die Verbindung zu Home Assistant läuft also direkt von deinem Rechner aus und nicht über die Server von Anthropic – die abgefragten Daten landen trotzdem im Chat und damit bei Claude in der Cloud.
- Installiere
mcp-proxyauf dem Rechner mit Claude Desktop, zum Beispiel mituv tool install mcp-proxyoderpipx install mcp-proxy. - Öffne in Claude Desktop über die Menüleiste des Programms (nicht die Kontoeinstellungen im Chatfenster) die Einstellungen (englische Oberfläche: Settings → Developer) und klicke auf Edit Config. Damit öffnest du die Datei
claude_desktop_config.json. Sie liegt unter macOS in~/Library/Application Support/Claude/und unter Windows in%APPDATA%\Claude\. - Trage den Home-Assistant-Server ein:
{
"mcpServers": {
"Home Assistant": {
"command": "mcp-proxy",
"args": [
"--transport=streamablehttp",
"--stateless",
"http://192.168.1.10:8123/api/mcp"
],
"env": {
"API_ACCESS_TOKEN": "dein_langlebiger_zugriffstoken"
}
}
}
}
- Ersetze die IP-Adresse durch die deines Home Assistant und füge den Token aus Schritt 1 ein.
- Beende Claude Desktop vollständig und starte die App neu.
Nach dem Neustart taucht „Home Assistant“ im Chat-Eingabefeld unter dem Plus-Symbol bei den Connectors auf. Dort siehst du auch die Werkzeuge, die Home Assistant bereitstellt.
Variante B: Remote-Connector über eine öffentliche Adresse
Ist dein Home Assistant über eine öffentliche HTTPS-Adresse erreichbar, etwa über Home Assistant Cloud (Nabu Casa) oder einen eigenen Reverse-Proxy, kannst du ihn als benutzerdefinierten Connector hinzufügen. Wichtig: Die Verbindung baut dann nicht dein Rechner auf, sondern die Cloud-Infrastruktur von Anthropic. Dein Home Assistant muss dafür aus dem Internet erreichbar sein.
- Wähle in Claude Desktop in der Seitenleiste Customize → Connectors (Menübegriffe der englischen Oberfläche), klicke auf + und dann auf Add custom connector.
- Name: zum Beispiel „Home Assistant“. Remote-MCP-Server-URL:
https://<deine-externe-ha-adresse>/api/mcpbzw.https://<deine-id>.ui.nabu.casa/api/mcp. - In den erweiterten Einstellungen trägst du als OAuth Client ID
https://claude.aiein. Das Feld OAuth Client Secret bleibt leer. - Klicke auf Add und danach beim neuen Eintrag auf Connect.
- Melde dich in Home Assistant an und erlaube die Weiterleitung zurück zu Claude.
Der Hostname in der URL muss mit der externen URL übereinstimmen, die du in Home Assistant unter Einstellungen → System → Netzwerk eingetragen hast. Sonst scheitert die OAuth-Anmeldung.
Erster Verbindungstest
Ein einfacher Test ist ein natürlicher Satz wie: „Welche Lichter sind im Wohnzimmer gerade an?“ oder „Ist das Türschloss verriegelt?“ Claude sollte die Antwort über Home Assistant abfragen, statt zu raten. Bei smarten Schlössern ist zum Beispiel ein Produkt wie das Nuki Smart Lock Pro (5. Gen)* ein gutes Beispiel für eine Entität, die du per Sprachmodell prüfen kannst. Wie du das Nuki überhaupt erst in Home Assistant einbindest, zeigt der Artikel Smartes Türschloss in Home Assistant einbinden.
Schritt 4: Erste Befehle sicher testen
Sobald die Verbindung steht, teste zuerst nur Lesebefehle. Das ist der sicherste Einstieg, weil du damit prüfst, ob Claude die Entitäten korrekt sieht, ohne sofort Aktionen auszulösen. Frage zum Beispiel nach aktuellen Temperaturen, dem Status eines Schalters oder dem Zustand einer Lampe.
Bevor Claude ein Werkzeug von Home Assistant aufruft, fragt Claude Desktop dich um Erlaubnis. Nimm diese Abfrage ernst und bestätige Aktionen nicht reflexartig. Erst wenn das Lesen stabil funktioniert, lässt du die ersten Schaltvorgänge zu. Auch hier gilt: klein anfangen. Eine Lampe an- und ausschalten ist ein guter Test, ein komplexes Heizungsprofil nicht. Für den Anfang ist ein einfacher smarter Zwischenstecker wie der Shelly Plug S Gen3* ideal, wenn du an einem eindeutigen Schaltvorgang testen willst, ob Claude die Aktion sauber an Home Assistant weitergibt.
Achte auf saubere Namen und Bereiche in Home Assistant. „Lampe links Sofa“ im Bereich „Wohnzimmer“ ist für Claude und für dich später deutlich besser als ein kryptischer Gerätename. Genau hier hilft gute Modellierung in Home Assistant mehr als jedes Sprachmodell.
Schritt 5: Sicherheit und Alltagstauglichkeit erhöhen
Ein MCP-Setup ist dann gut, wenn es nicht nur funktioniert, sondern auch kontrollierbar bleibt. Gib Claude deshalb nicht blind Zugriff auf alles. Beschränke die freigegebenen Entitäten, nutze klare Namen und überlege dir vorab, welche Aktionen wirklich per Chat ausgelöst werden dürfen.
Die wichtigste Stellschraube ist die Freigabe unter Einstellungen → Sprachassistenten → Verfügbarkeit. Türschlösser, Alarmanlagen und Garagentore solltest du nur dann freigeben, wenn du sie wirklich per Chat bedienen willst. Die Home-Assistant-Doku weist ausdrücklich darauf hin, dass sich sensible Geräte wie Schlösser und Garagentore sonst unbeabsichtigt per Sprachbefehl steuern lassen. Die Erlaubnisabfrage von Claude Desktop ist ein zusätzlicher Schutz, ersetzt aber keine durchdachte Freigabe.
Behandle den langlebigen Token wie ein Passwort: Er gewährt Zugriff mit den Rechten deines Benutzers. Wenn du ihn nicht mehr brauchst oder er in falsche Hände geraten sein könnte, löschst du ihn im Profil unter Sicherheit. Für den Remote-Connector gilt: Eine öffentlich erreichbare Home-Assistant-Instanz sollte immer per HTTPS laufen und mit starken Passwörtern sowie Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert sein.
Wenn du später mehr Automatisierung willst, kannst du den MCP-Server mit bestehenden Home-Assistant-Automationen kombinieren. Ein guter Einstieg dafür sind die Home-Assistant-Automationen für Einsteiger. So bleibt Claude die natürliche Bedienoberfläche, während die eigentliche Logik weiterhin sauber in Home Assistant liegt.
Typische Probleme und schnelle Lösungen
Wenn Claude Desktop den Server nicht findet oder keine Werkzeuge anzeigt, schau zuerst in die Logs. Claude Desktop schreibt sie unter macOS nach ~/Library/Logs/Claude und unter Windows nach %APPDATA%\Claude\logs. Die Datei mcp.log enthält allgemeine Verbindungsfehler, mcp-server-Home Assistant.log die Ausgabe von mcp-proxy.
Die häufigsten Fehlermeldungen lassen sich schnell zuordnen:
- 404 Not Found: Die Integration „Model Context Protocol Server“ ist in Home Assistant nicht eingerichtet, oder die URL endet nicht auf
/api/mcp. - 401 Unauthorized: Der Token ist falsch, abgelaufen oder gelöscht. Lege einen neuen an und trage ihn in die Konfiguration ein.
- spawn mcp-proxy ENOENT: Claude Desktop findet das Programm nicht. Ermittle im Terminal mit
which mcp-proxy(Windows:where mcp-proxy) den vollständigen Pfad und trage ihn beicommandein. - OAuth-Anmeldung scheitert (Remote-Connector): Meist steht als Client ID versehentlich die Home-Assistant-Adresse statt
https://claude.ai, oder der Hostname passt nicht zur externen URL in den Netzwerkeinstellungen.
Falls Claude zwar antwortet, aber bestimmte Geräte nicht kennt, ist meist die Freigabe zu eng gesetzt. Prüfe die Liste unter Sprachassistenten → Verfügbarkeit und gib testweise ein kleines Set an Entitäten frei.
Ein weiteres Standardproblem ist die Adresse. Im Heimnetz funktioniert http://homeassistant.local:8123 oft gut, auf manchen Rechnern aber nicht zuverlässig. Wenn der Zugriff über den Hostnamen zickt, nimm die direkte IP-Adresse.
Fazit
Der Einstieg mit Home Assistant MCP Server und Claude Desktop ist einfacher, als viele zuerst denken: Backup anlegen, Entitäten freigeben, die offizielle Integration hinzufügen, Claude Desktop per mcp-proxy oder Remote-Connector verbinden und mit kleinen Tests starten. Genau dieser schrittweise Aufbau macht das Ganze anfängerfreundlich und hält die Fehlerquellen überschaubar.
Behalte dabei im Kopf: Home Assistant bleibt bei dir zu Hause, Claude selbst läuft in der Cloud von Anthropic und bekommt alles zu sehen, was du freigibst. Wenn du sauber mit Lesebefehlen beginnst, klar benannte Entitäten nutzt und Zugriffe begrenzt hältst, bekommst du eine sehr praktische Chat-Oberfläche für dein Smart Home. Der beste Weg ist hier nicht der schnellste, sondern der kontrollierteste.


