Gartenbewässerung mit Home Assistant und Shelly

Gartenbewässerung mit Home Assistant: Ein 24-V-Magnetventil per Shelly 1 Gen3 schalten, Laufzeit begrenzen und bei gemessenem Regen pausieren.

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Gartenbewässerung mit Home Assistant und Shelly

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Eine Gartenbewässerung mit Home Assistant muss nicht gleich aus einem mehrzonigen Bewässerungscomputer bestehen. Für genau eine Zone reicht ein 24-V-AC-Magnetventil, dessen vorhandenen Niedervoltstromkreis ein Shelly 1 Gen3 über seinen potentialfreien Kontakt schließt. Home Assistant übernimmt Zeitplan und Regenpause; ein lokales Auto-Off im Shelly begrenzt die Laufzeit auch dann, wenn eine Automation hängen bleibt.

Passt dieser Aufbau zu deiner Bewässerungszone?

Die Anleitung setzt eine vorhandene oder geplante Zone mit einem üblichen 24-V-Wechselspannungsventil und einem dazu passenden 24-V-AC-Transformator voraus. Der Trafo muss für Stromaufnahme und Einschaltstrom des konkreten Ventils ausgelegt sein. Diese Werte stehen im Datenblatt des Ventils; pauschale Annahmen sind bei Magnetspulen keine gute Grundlage.

Der Shelly 1 Gen3 als Einzelgerät* passt hier, weil seine Klemmen I und O einen potentialfreien Kontakt bilden. Der Relaiskontakt ist elektrisch von der Versorgung des Shelly getrennt. Laut Hersteller darf der Ausgang bis 240 V AC beziehungsweise 30 V DC schalten. Ein 24-V-AC-Ventilkreis liegt damit innerhalb der Spannungsgrenze; Strom und induktive Last musst du trotzdem anhand der Ventil- und Shelly-Daten prüfen.

Wichtig: Der Shelly akzeptiert laut Hersteller 110–240 V AC, 24–48 V DC oder stabilisierte 12 V DC als Versorgung. 24 V AC gehören nicht an seine Versorgungsklemmen. Der vorhandene 24-V-AC-Trafo speist nur das Magnetventil. Soll der Shelly mit 230 V versorgt oder in einer Verteilung montiert werden, übernimmt eine Elektrofachkraft Anschluss, Absicherung, Gehäuseauswahl und Prüfung. Netzspannung und SELV-/24-V-Kreis müssen räumlich und elektrisch nach den geltenden Regeln getrennt bleiben.

Der Aufbau eignet sich nicht, wenn dein Ventil mit 9-V-Latching-Technik arbeitet, eine proprietäre Steuerelektronik verlangt oder der Ventilkreis die Grenzwerte des Relais überschreitet. Auch eine Pumpe schaltest du nicht einfach parallel mit. Dafür braucht es eine passend ausgelegte Pumpensteuerung und eine fachgerechte elektrische Planung.

Komponenten für genau eine 24-V-Zone

Neben Ventil, Trafo, wettergeschütztem Gehäuse und geeigneten Leitungen erfüllen zwei Smart-Home-Komponenten getrennte Aufgaben:

  • Der Shelly 1 Gen3 öffnet und schließt das Magnetventil lokal im WLAN. Sein potentialfreier Kontakt verhindert, dass die Versorgungsspannung des Shelly in den Ventilkreis gelangt.
  • Das Netatmo Set mit Wetterstation und Regenmesser* liefert die am eigenen Standort gemessene Niederschlagsmenge. Das ist für die Pausenlogik aussagekräftiger als eine reine Vorhersage.

Der Netatmo-Sensor ist dabei nicht vollständig lokal: Die offizielle Home-Assistant-Integration kommuniziert über die Netatmo-Cloud und braucht Internet sowie ein Netatmo-Konto. „Lokal gemessen“ beschreibt also den Regen am eigenen Grundstück, nicht den Datenweg. Fällt die Cloud aus, darf daraus kein unkontrolliertes Bewässern entstehen. Die Automation unten behandelt einen unbekannten Regenwert deshalb als Sperrgrund.

24-V-Magnetventil mit Shelly 1 Gen3 verdrahten

Schalte alle beteiligten Stromkreise spannungsfrei und sichere sie gegen Wiedereinschalten. Prüfe die Spannungsfreiheit mit geeignetem Messgerät. Die folgende Darstellung zeigt ausschließlich den 24-V-AC-Ventilkreis; die separate Versorgung des Shelly ist bewusst nicht eingezeichnet:

24-V-AC-Trafo, Anschluss A ───────────── Magnetventil ─────┐
                                                           │
24-V-AC-Trafo, Anschluss B ── I [Shelly-Relais] O ─────────┘

Die Reihenfolge von Ventil und Relais im einfachen Wechselstromkreis ist elektrisch unerheblich. Praktisch gehst du so vor:

  1. Verbinde einen Sekundäranschluss des 24-V-AC-Trafos direkt mit einer Ventilader.
  2. Führe den zweiten Sekundäranschluss auf I des Shelly.
  3. Verbinde O mit der zweiten Ventilader.
  4. Lass die Versorgung des Shelly nach dem passenden offiziellen Anschlussschema herstellen.

Verbinde I nicht mit L. Das wäre bei manchen Lichtschaltungen üblich, würde hier aber die saubere Trennung des 24-V-Kreises aufheben. SW ist der Steuereingang des Shelly und kein Anschluss für das Magnetventil.

Eine Magnetspule ist eine induktive Last. Shelly empfiehlt für induktive Lasten eine geeignete Schutzbeschaltung. Welche Lösung zu deinem 24-V-AC-Ventil passt, hängt von Spule, Leitungsweg und Herstellerfreigaben ab; eine DC-Freilaufdiode ist für Wechselspannung nicht geeignet. Kläre eine nötige Schutzbeschaltung mit der Elektrofachkraft oder dem Ventilhersteller.

Montiere weder Shelly noch offene Klemmen ungeschützt im Ventilkasten. Feuchtigkeit, Kondenswasser und Bewässerungswasser verlangen ein passendes Gehäuse, geeignete Kabelverschraubungen und Zugentlastung. Der Shelly selbst ist kein wetterfestes Feldgerät.

Lokales Auto-Off als maximale Laufzeit setzen

Bevor Home Assistant ins Spiel kommt, stellst du im Shelly eine maximale Einschaltdauer ein. Öffne seine lokale Weboberfläche, aktualisiere die Firmware und aktiviere für den Ausgang Auto-Off. Für eine Zone kannst du beispielsweise 30 Minuten als harte Obergrenze setzen. Wähle den Wert so, dass dein längster regulärer Lauf hineinpasst, aber ein vergessenes Ventil nicht stundenlang offen bleibt.

Stelle außerdem den Ausgangszustand nach einem Neustart auf Aus. Teste anschließend über die lokale Weboberfläche:

  1. Ausgang einschalten und prüfen, ob das Ventil öffnet.
  2. Auto-Off testweise auf eine Minute verkürzen.
  3. Kontrollieren, ob das Relais ohne Home Assistant selbstständig abfällt.
  4. Danach die geplante Maximalzeit eintragen.

Dieses Auto-Off ist der eigentliche Fail-safe gegen eine zu lange Laufzeit. Eine zweite Abschaltaktion in Home Assistant ist trotzdem sinnvoll, ersetzt die lokale Grenze aber nicht.

Gartenbewässerung in Home Assistant einrichten

Home Assistant entdeckt Gen2+-Shellys im selben Netz meist automatisch. Unter Einstellungen → Geräte & Dienste bestätigst du die Shelly-Integration; alternativ fügst du sie über die lokale IP-Adresse hinzu. Die offizielle Integration kommuniziert direkt mit dem Gerät und benötigt keine Shelly-Cloud. Gen2+-Geräte senden Zustandsänderungen per RPC an Home Assistant.

Benenne den Ausgang eindeutig, etwa switch.garten_bewaesserung_zone_1. Schalte ihn in den Entwicklerwerkzeugen kurz ein und wieder aus. Der echte Test am Ventil ist wichtig: Der Relaisstatus allein beweist weder Wasserdruck noch Durchfluss.

Für den Regenmesser richtest du zuerst das Netatmo-Set in der Netatmo-App ein und fügst danach die Netatmo-Integration in Home Assistant hinzu. Die vollständigen Schritte und Hinweise zur Platzierung findest du im bestehenden Artikel Netatmo Wetterstation in Home Assistant einbinden. Suche anschließend unter Entwicklerwerkzeuge → Zustände nach dem Sensor für die heutige Niederschlagsmenge und übernimm dessen tatsächliche Entity-ID. Im Beispiel heißt er sensor.garten_regen_heute.

Bei gemessenem Regen pausieren

Die folgende Automation startet die Zone morgens nur, wenn der Netatmo-Sensor verfügbar ist und heute weniger als 3 mm Regen gemessen wurden. Nach 20 Minuten schaltet Home Assistant wieder aus. Der Shelly beendet den Lauf spätestens nach der zuvor eingestellten Maximalzeit.

alias: "Garten – Zone 1 morgens bewässern"
description: "Startet nur bei verfügbarem Regenwert unter 3 mm"
triggers:
  - trigger: time
    at: "06:30:00"
conditions:
  - condition: template
    value_template: >-
      {{ states('sensor.garten_regen_heute') not in
         ['unknown', 'unavailable', 'none'] }}
  - condition: numeric_state
    entity_id: sensor.garten_regen_heute
    below: 3
actions:
  - action: switch.turn_on
    target:
      entity_id: switch.garten_bewaesserung_zone_1
  - delay: "00:20:00"
  - action: switch.turn_off
    target:
      entity_id: switch.garten_bewaesserung_zone_1
mode: single

Die 3 mm sind nur ein Startwert. Bodenart, Bepflanzung, Schatten, Durchfluss und Jahreszeit bestimmen, ob er für deinen Garten passt. Beobachte Regenmenge und Boden zunächst einige Wochen und passe Schwelle sowie Laufzeit an. Die Netatmo-Wetterstation liefert keine Bodenfeuchte; gemessener Regen ist nur ein Sperrsignal, kein Beweis für den Wasserbedarf an der Wurzel.

Ein täglicher Sensor kann außerdem kurz nach Mitternacht wieder bei null beginnen, obwohl es am Vorabend kräftig geregnet hat. Wenn das bei deinem Entity so ist, lege die Bewässerungszeit nicht blind auf den frühen Morgen nach dem Tageswechsel. Robuster wird die Logik mit einem Helfer, der Regenereignisse über ein gewünschtes Zeitfenster sammelt. Für den Einstieg bleibt die Tagesmenge nachvollziehbar und leicht zu prüfen.

Wie Trigger, Bedingungen und Aktionen grundsätzlich zusammenspielen, erklärt die Anleitung Home-Assistant-Automationen für Einsteiger. Für die erste Woche kannst du statt switch.turn_on eine Benachrichtigung senden. So siehst du, wann die Zone gelaufen wäre, ohne Wasser freizugeben.

Betrieb prüfen und Fehler sicher behandeln

Teste nicht nur den Normalfall. Diese vier Fälle zeigen, ob die Grenzen wirklich greifen:

  • Trenne nach dem Start Home Assistant vom Netz. Das Shelly-Auto-Off muss das Ventil trotzdem schließen.
  • Setze den Regensensor testweise auf einen Wert oberhalb der Schwelle. Die Automation darf nicht starten.
  • Prüfe unknown und unavailable. Auch dann muss die Bewässerung ausbleiben.
  • Starte Home Assistant und Shelly neu. Das Ventil darf danach nicht selbsttätig öffnen.

Ein Dashboard-Button ist für Wartung und manuelles Gießen praktisch, umgeht aber die Regenbedingung. Benenne ihn deshalb klar als manuelle Steuerung. Eine Bestätigungsabfrage schützt vor Fehlbedienung; die lokale Maximallaufzeit gilt auch für diesen Start. Hinweise für eine übersichtliche Bedienseite findest du unter Home Assistant Dashboard gestalten.

Kontrolliere Ventil, Gehäuse und Leitungen regelmäßig auf Undichtigkeiten, Korrosion und mechanische Schäden. Home Assistant erkennt mit diesem Aufbau keinen Rohrbruch und kein klemmendes Ventil. Dafür wären ein separater Durchfluss- oder Leckagesensor und eine eigenständige Abschaltlogik nötig.

FAQ

Kann ich den Shelly 1 Gen3 direkt mit dem 24-V-AC-Trafo versorgen?

Nein. Der Shelly unterstützt 24–48 V DC, aber nicht 24 V AC als Gerätespeisung. Der 24-V-AC-Trafo bleibt ausschließlich im Ventilkreis; der Shelly erhält eine separate, zulässige Versorgung nach Herstellerplan.

Warum braucht die Bewässerung einen potentialfreien Kontakt?

I und O verhalten sich wie ein separater Schalter im Ventilkreis. Dadurch gelangt die Versorgungsspannung des Shelly nicht zum 24-V-Magnetventil. Genau diese elektrische Trennung macht den Shelly 1 Gen3 für den Aufbau geeignet.

Funktioniert die Bewässerung ohne Internet?

Der Shelly lässt sich über die offizielle Integration lokal steuern, und sein Auto-Off arbeitet auf dem Gerät. Der Netatmo-Regenwert kommt jedoch über die Cloud. Ist er nicht verfügbar, sperrt die gezeigte Automation den Start.

Reicht Regenmessung statt Bodenfeuchte?

Für eine einfache Regenpause ja, für bedarfsgerechtes Gießen nein. Ein Regenmesser sagt, wie viel Niederschlag gefallen ist. Er misst nicht, wie viel Wasser im Wurzelbereich angekommen oder noch vorhanden ist.

Fazit

Für eine einzelne 24-V-AC-Zone ist der Shelly 1 Gen3 eine klare Lösung: Sein potentialfreier Kontakt schaltet nur den Ventilkreis, Home Assistant setzt den Zeitplan, und das lokale Auto-Off begrenzt jeden Lauf. Der Netatmo-Regenmesser ergänzt eine nachvollziehbare Pause anhand des Niederschlags am eigenen Standort.

Empfehlenswert ist der Aufbau, wenn Ventil und Trafo bereits passend dimensioniert sind und du die Cloud-Abhängigkeit des Regensensors akzeptierst. Für mehrere Zonen, Pumpensteuerung oder echte bedarfsgerechte Bewässerung solltest du stattdessen eine dafür ausgelegte Mehrzonensteuerung samt Durchfluss- oder Bodenfeuchtesensorik planen.

Autor
Philipp
Themen
Home Assistant, ESP32, Zigbee

Schreibt über Home Assistant, ESP32 und alles, was das Smart Home smarter macht.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt; Angaben werden gegen offizielle Dokumentation und Herstellerangaben geprüft. Wie die Artikel entstehen