Zigbee2MQTT vs. ZHA — Welche Zigbee-Integration für Home Assistant?

Zigbee2MQTT oder ZHA? Wir vergleichen die zwei beliebtesten Zigbee-Integrationen für Home Assistant — Funktionen, Geräteunterstützung, Einrichtung und Performance.

Du hast einen Zigbee-Stick und willst Geräte in Home Assistant einbinden. Aber welche Integration nutzt du — ZHA (Zigbee Home Automation) oder Zigbee2MQTT? Beide funktionieren, aber sie unterscheiden sich in Philosophie, Einrichtung und Möglichkeiten.

ZHA — Die eingebaute Lösung

ZHA ist die offizielle Zigbee-Integration von Home Assistant. Sie ist direkt integriert — kein separates Add-on, kein MQTT-Broker nötig.

Vorteile von ZHA

  • Einfachste Einrichtung: Stick anstecken, Integration hinzufügen, fertig
  • Kein MQTT-Broker nötig — eine Abhängigkeit weniger
  • GUI-basiert: Geräte koppeln, Gruppen erstellen, alles über die Oberfläche
  • Automatische Updates mit Home Assistant
  • Geringerer Ressourcenverbrauch — kein separater Dienst

Nachteile von ZHA

  • Geringere Geräteunterstützung — manche exotischen Geräte fehlen
  • Weniger Konfigurationsmöglichkeiten pro Gerät
  • Langsamere Updates bei neuen Geräten — an den HA-Release-Zyklus gebunden
  • Debugging schwieriger — weniger Logs und Diagnosetools

Zigbee2MQTT — Die Power-Lösung

Zigbee2MQTT (Z2M) ist ein eigenständiges Projekt, das Zigbee-Geräte über MQTT verfügbar macht. Es läuft als separates Add-on oder Docker-Container.

Vorteile von Zigbee2MQTT

  • Größte Geräteunterstützung — über 3.500 Geräte, neue werden oft innerhalb von Tagen hinzugefügt
  • Detaillierte Gerätekonfiguration — OTA-Updates, Reporting-Intervalle, erweiterte Einstellungen
  • Unabhängig von Home Assistant — kann auch ohne HA genutzt werden
  • Eigenes Web-Frontend — übersichtliche Verwaltung aller Geräte
  • Community-getrieben — schnelle Unterstützung neuer Geräte
  • Besseres Debugging — detaillierte Logs, Netzwerk-Visualisierung

Nachteile von Zigbee2MQTT

  • MQTT-Broker erforderlich — Mosquitto muss laufen (ca. 2 Minuten Einrichtung)
  • Komplexere Ersteinrichtung — Add-on installieren, MQTT konfigurieren, Stick zuweisen
  • Separater Dienst — ein weiterer Container/Prozess
  • Konfiguration teils über YAML — nicht alles geht über die GUI

Direktvergleich

KriteriumZHAZigbee2MQTT
Einrichtung⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Geräteunterstützung⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Neue GeräteWochen/MonateTage
Konfigurationstiefe⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Ressourcenverbrauch⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Debugging⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
MQTT nötig?NeinJa
Netzwerk-MapJa (einfach)Ja (detailliert)
OTA-UpdatesEingeschränktVollständig
UnabhängigkeitAn HA gebundenEigenständig

Wann ZHA?

  • Du fängst gerade erst an
  • Du willst minimale Komplexität
  • Du nutzt nur gängige Geräte (Ikea, Aqara, Philips Hue)
  • Du brauchst keinen MQTT-Broker für andere Dinge

Wann Zigbee2MQTT?

  • Du hast viele verschiedene Zigbee-Geräte
  • Du willst maximale Kontrolle und Konfigurierbarkeit
  • Du nutzt sowieso schon MQTT (z.B. für ESPHome, Tasmota)
  • Du willst neue Geräte sofort nutzen, ohne auf HA-Updates zu warten
  • Du betreibst ein größeres Smart-Home-Setup (50+ Geräte)

Migration: Von ZHA zu Zigbee2MQTT

Wenn du mit ZHA gestartet hast und wechseln willst — das ist möglich, aber nicht ohne Aufwand:

  1. Alle Geräte müssen neu gekoppelt werden — es gibt kein Migrations-Tool
  2. Automationen anpassen — Entity-IDs ändern sich
  3. Backup machen — bevor du anfängst

Tipp: Wenn du dir unsicher bist, starte direkt mit Zigbee2MQTT. Ein späterer Wechsel von ZHA zu Z2M ist aufwändiger als umgekehrt.

Unsere Empfehlung

Für Einsteiger mit wenigen Geräten: ZHA. Einfach, schnell, funktioniert.

Für alle anderen: Zigbee2MQTT. Die breitere Geräteunterstützung und die besseren Konfigurationsmöglichkeiten machen den kleinen Mehraufwand bei der Einrichtung mehr als wett.

Und wenn du schon einen Zigbee-Stick ausgesucht hast — beide Integrationen funktionieren mit allen gängigen Sticks.